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Deutsch draussen erleben – Sprache ist überall

#Netzwerk #Praxisbeispiele

«Draussen sind die Schülerinnen und Schüler einfach motivierter.» Anja Dietiker,  Primarlehrerin und Co-Autorin des neuen Lehrmittels «Deutsch draussen erleben» hat schon lange vor dem Buch regelmässig draussen unterrichtet – und die Erfahrung gemacht: Draussen bleibt, was drinnen oft verblasst.

Sprache ist überall – man muss sie nur sehen

Foto Manuela Haltiner

Der Grundgedanke hinter dem Lehrmittel ist so einfach wie wirkungsvoll: Sprache findet nicht nur im Schulzimmer statt. Wegweiser, Aufschriften auf Lebensmitteln, Gespräche auf dem Pausenplatz – überall begegnen den Kindern Texte und Kommunikationssituationen, die echte Hör-, Lese- und Schreibanlässe bieten.

«Sprache ist überall im Alltag. Die Schülerinnen und Schüler realisieren das und werden aufmerksamer», sagt Anja Dietiker. Wer Texte aus der realen Umgebung als Ausgangspunkt nimmt, schult nicht nur das Leseverstehen – die Kinder beginnen, Sprache und Umwelt gleichzeitig genauer wahrzunehmen. Für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache wird das besonders spürbar: Was im Schulzimmer abstrakt bleibt, wird draussen greifbar.

Was bleibt, ist das Erlebnis

Foto Manuela Haltiner

Handlungsorientiertes Lernen hinterlässt Spuren. Anja Dietiker beobachtet das immer wieder: Der Ausflug zum Bach, die Sätze mit Kreide auf den Asphalt geschrieben – das sind die Momente, an die sich die Schülerinnen und Schüler erinnern und damit auch die Lerninhalte zuverlässiger abrufen können. Mit Motivation lernt es sich besser. Die Schülerinnen und Schüler gehen gerne raus und sind mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache.

«Mit dem ganzen Körper lernen, in Bewegung – das macht etwas mit dem Gehirn», sagt sie. Dieses Prinzip gilt fächerübergreifend, aber im Deutschunterricht hat es eine besondere Qualität: Sprache wird nicht nur gelesen oder gehört, sondern erlebt, berührt, besprochen.

Dazu braucht es gar keine grossen Ausflüge. Rund 80% von Anja Dietikers Draussenunterricht findet auf dem Schulhausareal statt.

«Einfach mal den Raum nutzen, der schon da ist», ist ihr Credo. Der Lehrplan 21 mit seiner Kompetenzorientierung kommt diesem Ansatz entgegen. Bei allen Kompetenzen lässt sich fragen, wo einem das im Alltag begegnet.

Konzentriert draussen arbeiten – das lernt man

Foto Manuela Haltiner

Natürlich funktioniert es nicht von Anfang an reibungslos. Im Zyklus 2 merkt Anja Dietiker schnell, welche Kinder es gewohnt sind, auch ausserhalb des Schulzimmers fokussiert zu arbeiten – und welche das Draussensein zunächst vor allem als Pause erleben. Aber sie lernen das durch Übung, durch einfache Aufgaben, die 1:1 aus dem Schulzimmer nach draussen genommen werden und das Etablieren von Ritualen und Regeln. Was sie dabei erlebt, überrascht sie immer wieder – im positiven Sinne. Im Quartier oder Dorf unterwegs zeigen sich die Kinder unglaublich realistisch, motiviert, lernwillig. «Man kann ihnen etwas zutrauen. Sie wollen lernen und vorwärtskommen.»

Der Kurs zum Buch

Sprache draussen erleben
  • 16.09.2026
Uster
Anmeldefrist: 26.08.2026
draussen unterrichten
Plätze frei, Anmeldung möglich
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Deutsch draussen erleben

Das Lehrmittel «Deutsch draussen erleben» ist für den Zyklus 2 konzipiert und orientiert sich direkt am Lehrplan 21. Zu jeder Kompetenz gibt es zwei konkrete Ideen für draussen – erprobt im Unterricht, ergänzt durch neue Ansätze, die eigens für das Buch entwickelt wurden. Ob Schnee, Regen oder Sommerhitze: Das Buch begleitet durchs ganze Schuljahr.

Es ist Teil einer ganzen Reihe von Lehrmitteln, welche die verschiedenen Fachbereiche abdecken werden.

in Zusammerabeit mit dem ZKM-Verlag

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