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Ein Lebensturm voller Schulprojekte

#Praxisbeispiele

Wie aus einem Schulprojekt ein lebendiges Biotop wurde: Simona Pedrussio, Reallehrerin in Schaffhausen, hat in einem halben Schuljahr aus dem Natur-und-Technik-Unterricht ein offenes Gartenprojekt gemacht. Ausgangspunkt war die Zusatzqualifikation «Draussen unterrichten» an der PH Schaffhausen.

„Zuelose, zuelose, schriibe, zuelose, schriibe – das ist auf Dauer einfach sehr ermüdend“. Mit dieser Überzeugung und dem Ziel, den Natur-und-Technik-Unterricht greifbar zu machen, startete Simona Pedrussio ihr Projekt im Rahmen der Zusatzqualifikation «Draussen unterrichten».

Als Kompass diente die BiodivSchool Web App von Globe. Mit rund 47 Fragen nahmen die Schülerinnen und Schüler ihr Areal unter die Lupe: Wie regional sind unsere Pflanzen? Wo gibt es Unterschlupf für Tiere? Der Ehrgeiz war schnell geweckt: Als die App bei den Strukturelementen nur «Gelb» anzeigte, war für die Klasse klar: Das muss «Grün» werden!

Raus aus dem Schulzimmer − rein in die Natur!

Ausgangspunkt war der Bau eines Lebensturms, aber es wuchs schnell zu einem Strauss verschiedenster Projekte heran. Die Jugendlichen arbeiteten in Interessensgruppen an dem, was sie wirklich bewegte. Simona Pedrussio erstellte eine Liste möglicher Projekte und die Schülerinnen und Schüler wählten selbst. So bauten sie ein Insektenhotel, ein Vogel- und ein Igelhaus, legten ein Biotop an, jäteten Unkraut, bekämpften Neophyten und analysierten den Boden. Ein Reporterteam dokumentierte das Ganze.

Das Projekt orientierte sich an dem didaktischen Prinzip «Inside – Outside – Inside»: Zuerst die theoretische Vorbereitung drinnen, dann die tatkräftige Arbeit draussen und schliesslich die Reflexion zurück im Schulzimmer. In der Umsetzung lassen sich dann diese Phasen nicht immer klar trennen, sie gehen ineinander über und befruchten sich gegenseitig.

Bei vielem wurden sie von weiteren Personen und Fachstellen unterstützt: vom Werklehrer beim Bauen, von Grün Schaffhausen bei der Pflege der Flächen, vom interkantonalen Labor bei den Bodenanalysen.

Das anspruchsvollste Vorhaben war zweifellos das Feuchtbiotop. Drei Schüler wollten unbedingt ein Gewässer anlegen. Doch die Natur lehrt Demut: Zuerst gruben sie zu tief, dann am falschen Ort, dann passte die Folie nicht und das Wasser lief ab.

Kurz vor dem Abbruch bewies die Klasse Teamgeist: Alle halfen mit, Steine wurden mit dem Lieferwagen organisiert, und am Ende stand es da. Heute hat das Schulgelände Wasser. «Wasser ist wirklich das Einzige, was wir vorher gar nicht hatten.» Und die Beurteilung der BiodivSchool Web App ist eindeutig: im grünen Bereich!

 

Und wie geht es weiter? Die Schule Alpenblick hat sich als Naturpark-Schule beworben und andere Klassen nutzen die vielfältigen Lernorte, die im Rahmen dieses Projekts geschaffen wurden.

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