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Gemeinde Zukunft – Draussen lernen bewegt

#Praxisbeispiele

Was passiert, wenn eine Schule das Draussenlernen zum Programm macht? Die Kinder bewegen sich mehr und lernen besser. Die Lehrpersonen sind kreativer und pflegen einen besseren Kontakt mit ihren Schüler*innen. Uster hat den Versuch gewagt und das Projekt mit der Unterstützung von SILVIVA umgesetzt.

Mehr Bewegung, Weitsicht statt Bildschirm, viel Sinnliches und geteilte Naturerlebnisse – das alles und noch viel mehr bedeutet Draussenlernen für Kinder und Jugendliche. Für Lehrpersonen ist es eine Bereicherung und eine Chance, die Schüler:innen anders kennenlernen und mit ihnen in eine bessere Beziehung zu treten. Das zeigt sich in einer Umfrage unter den Lehrpersonen der Schulen in Uster. Die Schulgemeinde wagte sich 2023 an ein besonderes Projekt. Sie startete den Versuch «Gemeinde Zukunft – Draussen lernen bewegt». Mit am Start: die Stiftung SILVIVA.

Bewegung im Vordergrund

Weil das Vorhaben im Rahmen des Innovationslabors lab7x1 des Bundesamtes für Sport BASPO stattfand, war ein vorgelagertes Ziel die Bewegungsförderung, so auch für die mitfördernde Asuera Stiftung. Für SILVIVA und die Gesamtschulleitung Uster ging es ebenso darum, allen Primarschulkindern (Zyklen 1 und 2) Draussenlernen und damit neben mehr Bewegung auch grösseren Naturbezug, nachhaltige Lernerfolge, mehr Chancengerechtigkeit und auch psychische Gesundheitsförderung zu ermöglichen. Das übergeordnete Ziel von SILVIVA: ein vertieftes Verständnis davon zu entwickeln, wie eine solche gemeindeweite Verankerung funktioniert, und zwar in der Absicht, sie in weiteren Gemeinden zu replizieren.

> Film zum Projekt

 

Draussen besser lernen

Der Versuch lief über die beiden Schuljahre 2023/24 und 2024/25. Für SILVIVA begannen die Vorbereitungen ein halbes Jahr davor, ein halbes nach der Laufzeit an der Schule endete das Projekt für die Stiftung mit dem Schlussbericht für das BASPO. Dieser hält fest, dass ausreichend externe Studien verlässlich zeigen, dass sich Kinder draussen sowieso mehr bewegen und dies auch für diesen Versuch als erfüllt gelten darf. Die Projektevaluation erhob die Bewegungsförderung deswegen über die durch den Versuch erhöhte Häufigkeit und Dauer des Draussenlernens. Mit Blick auf Schulentwicklung interessierte, was strukturell nötig ist, um flächendeckend einen solchen Erfolg zu erzielen.

Für obligatorisch erklärt

Bestimmend für die positive Wirkung war vor allem die Tatsache, dass Uster Draussenlernen in das aktuelle Schulprogramm aufgenommen und damit für alle Lehrpersonen für obligatorisch erklärt hat. Das bedeutet, dass bis 2028 alle Primarschulkinder regelmässig draussen lernen dürfen. Das bringt noch nicht den erwünschten Wandel der «Grammatik der Schule» – denn dafür sind eher zehn als zwei Jahre nötig –, ist aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Gelingensbedingungen

Weitere wesentliche Gelingensbedingungen waren das systemische Projektverständnis aller Beteiligten, die Einbindung wichtiger Entscheidungsträger*innen aller Ebenen und ihr Empowerment, die Installation von Qualitäts-/Arbeitsgruppen, die Begleitung der Schulleiter:innen beim spezifischen Entwicklungsprozess und der Lehrpersonen in der Praxis, die Integration von weiteren pädagogischen Fach- und Betreuungspersonen, das Anlegen von Materiallagern und Definieren reservierbarer Lernorte sowie eine gute Elternkommunikation.

Für SILVIVA ist ein erfolgreiches und damit gelungenes Projekt abgeschlossen. Für die Lehrpersonen und Primarschulkinder aus Uster geht das Draussenlernen weiter, hoffentlich über die Dauer des aktuellen Schulprogramms hinaus.

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