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Waldklimawochen der Bildungswerkstatt Bergwald

Klimawoche im Wald

Wie können wir das komplexe Thema Klimawandel für Jugendliche im Wald greifbar machen?

 

Getrieben von dieser Frage haben die Bildungswerkstatt Bergwald und das Amt für Wald beider Basel ein neues Projekt lanciert; die Waldklimawochen.

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Bildungswerkstatt Bergwald im Rahmen der Blogserie im Hinblick auf die SILVIVA Erfa-Tagung(en) 2021.

 

Diese Projektwochen basieren auf dem bewährten Konzept der Waldprojektwochen, welche die Bildungswerkstatt Bergwald seit mehr als 20 Jahren für Jugendliche ab 15 Jahren anbietet. Im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung arbeiten die Jugendlichen eine Woche lang im Wald und fällen unter forstlicher Begleitung Bäume, pflegen den Jungwald, bessern Wege aus oder errichten Gleitschneeverbauungen. Die Arbeiten werden von Forstrevieren als Aufträge an die Bildungswerkstatt Bergwald erteilt.

 

 

 

In der Waldklimawoche werden Arbeiten ausgeführt, welche mit dem Klimawandel im Zusammenhang stehen: Fällen von vertrockneten Bäumen, angepasste Baumarten pflanzen, Biodiversität erhalten etc.

 

Parallel zu den Arbeiten im Wald vertiefen die Schülerinnen und Schüler Themen rund um den Klimawandel, CO2-Ausstoss, Auswirkungen auf Natur und Menschen, sowie mögliche Herausforderungen für den Wald.

 


Einblicke in eine Waldklimawoche

Es ist früh am Morgen, die wärmenden Strahlen der Sonne fehlen noch. Mit Kapuze, hochgezogenen Schultern und mit den Händen in den Hosentaschen stehen die Jugendlichen des Schulhaus Burg aus Liestal nahe beisammen und hören gespannt zu. Kursleiter Jannis Schwärzli erklärt den heutigen Arbeitsplatz: Gemeinsam werden sie auf der markierten Fläche Traubeneichen und Lärchen pflanzen. «Denn die halten den Klimawandel besser aus. Die Hitze, Trockenheit und was sonst noch kommt.», erklärt Maria (15) die Wahl der Jungbäume.

 

Was sonst noch kommt, eine der grossen Fragen zum Klimawandel. «Ich liebe ja Skifahren, aber ob meine eigenen Kinder irgendwann noch Skifahren können, das bezweifle ich also sehr», meint Severin 15. Er ist einer der 17 Jugendlichen, welche diese Woche im Rahmen der Waldklimawoche im Homburgertal BL arbeiten.

 

 

Während die drei Jungs Bäume pflanzen, diskutieren sie über ihren ökologischen Fussabdruck. Diesen haben sie im Unterricht ausgerechnet. Berücksichtigt werden Parameter zur Ernährung, zum Reise- und Konsumverhalten, zu Wohnverhältnissen und dem Energiebedarf. Dass er mit seiner Lebensweise 5.5 Erden bräuchte, das habe ihn schon sehr schockiert und nachdenklich gemacht, sagt Ashwin (15). «Ich glaube die Flugreisen, die gehen mächtig in den CO2-Ausstoss.» Aber es sei doch auch nicht normal, dass man für 60 Euro mit Easy Jet von Basel nach London fliegen könne und für ein Zug-Billett von Basel nach Genf mehr bezahle, gibt Jilian (15) zu bedenken.

 

Und überhaupt, was sei denn ökologischer? Mit dem Schiff? Oder mit dem Zug? Gemeinsam vergleichen sie die Treibstoffe Schweröl und Strom miteinander und sind sich einig, dass der Zug definitiv am ökologischsten ist. «Aber es spielt doch schon auch noch eine grosse Rolle, ob z.B. die Deutsche Bahn mit Strom aus Windrädern fährt oder mit Strom, der aus Kohlekraftwerken stammt.», wirft Severin (15) ein.

 

Bilanz

Die Themen rund um den Klimawandel sind komplex - und oft auch belastend. Studien zeigen ein düsteres Bild für die Zukunft. Umso wichtiger ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln und zu erleben, dass man Teil einer Veränderung ist und sein kann.

 

Diese Woche ermöglicht den Jugendlichen, die Zusammenhänge rund um den Klimawandel besser zu verstehen und ihre Selbstwirksamkeit draussen im Wald zu erleben.

 

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