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Ab in die Natur - draussen unterrichten

Die nationale Aktionswoche, die Lehrpersonen für den Draussenunterricht motiviert, findet dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt: 14. bis 18. September 2020.


Im vergangenen Herbst nahmen rund 1'300 Lehrpersonen die Aktionswoche zum Anlass, ihren eigenen Unterricht ins Freie zu verlegen und neue Lernorte auszuprobieren. Erhöhte Motivation und Konzentration, eine gestärkte Gemeinschaft und einen kreativeren Zugang sind nur einige der genannten Vorteile, die das Unterrichten draussen gemäss der Auswertung der Pädagogischen Hochschule Zürich bietet.

"Die Aktionswoche hat mich persönlich bereichert."

Die 570 befragten Lehrpersonen waren sich einig: Die Schülerinnen und Schüler hatten Spass am Draussenunterricht und haben gern draussen gelernt. Erwartungsgemäss befürworten auch die meisten Lehrpersonen, dass die Beziehung zur Natur (92.8 %) und das Umweltbewusstsein (82.2 %) dabei gestärkt wurden und die Kinder dabei mehr Bewegung erfahren als im Klassenzimmer. Mehr überraschen dürfte die Einschätzung der Lehrpersonen, dass sich die Schülerinnen und Schüler besser konzentrieren können (72.2 %), dass sie sich untereinander besser helfen (59.1 %) und insgesamt emotional ausgeglichener sind als im Klassenzimmer (68.3 %). «Ich habe Kinder mit Lernschwierigkeiten, die im Wald plötzlich Sachen begreifen, die im Schulzimmer nie möglich gewesen wären», stellt eine Lehrperson überrascht fest. Zudem sind sich die Lehrpersonen einig (88.4%), dass während des Unterrichtens im Freien die Lernziele erreicht wurden.


Die Aktionswoche hat den teilnehmenden Klassen eine neue Erfahrung ermöglicht und dazu geführt, dass neue Methoden ausprobiert wurden. Der Realitätsbezug beim Draussenunterricht setzt andere Anreize als im Klassenzimmer wie eine Lehrperson anmerkt: «Und wir sprechen dann nicht nur mit Bildern, oder mit Filmen von irgendwas, oder lesen mal was darüber, sondern wir können's mit eigenen Augen sehen, spüren, riechen.» Über die Hälfte der Lehrpersonen nimmt die Aktionswoche zum Anlass, den eigenen Unterrichtsstil zu überdenken. Sie nehmen die Aktionswoche als persönliche Bereicherung wahr.


Die Mehrheit der befragten Lehrpersonen haben ihren Unterricht während der Aktionswoche in den Wald oder auf den Schulhof verlegt und dabei insbesondere NMG, Sport und Bewegung oder Sprachen unterrichtet. Als Hauptmotiv des Draussenunterrichts kann die Förderung der überfachlichen Kompetenzen und das Ziel, den Unterricht interessanter zu gestalten, aufgeführt werden.


Die Studie hat jedoch auch aufgezeigt, dass der Draussenunterricht in der Ausbildung noch wenig thematisiert wird und das die Unerfahrenheit sowie die Angst vor zusätzlichem Aufwand eine Hemmschwelle darstellen können. Insbesondere das gemeinsame Planen, der Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Motivation im Lehrpersonen-Team fehlen noch mehrheitlich.


Während einerseits die positive Auswirkung des Draussenunterricht auf die Schülerinnen und Schüler unter den Lehrpersonen fast unbestritten wirkt: Sie wirken motivierter, das gemeinsame Erlebnis stärkt den Gruppenzusammenhalt, und insgesamt werden die Schülerinnen und Schüler als glücklicher und ausgeglichener wahrgenommen; sind die Lehrpersonen andererseits weniger gewillt, neue Ideen und Konzepte zu entwickeln (54.5 %) und ihren Unterricht zu ändern (54.6 %).

"Man muss einfach mal Mut haben, einzusteigen."

Der WWF und SILVIVA unterstützen Lehrpersonen mit lehrplanorientierten Unterrichtsmaterialien, Weiterbildungen oder individueller Beratung sowie durch angeleitete Angebote von Partnern. Die Höhe von echten Bäumen berechnen, ein Musikstück auf einem Instrument aus Waldmaterialien komponieren oder eine Geschichte am Ufer eines Baches schreiben: Der Draussenunterricht bringt alternative Lernmethoden in den Schulalltag.


Die Planung des Unterrichtens draussen in der Natur kann zu Beginn herausfordernd sein. Der Austausch mit anderen Lehrpersonen und dem Team helfen, Unsicherheiten und Problemen gemeinsam zu begegnen.

Ich möchte teilnehmen

Melden Sie sich auf wwf.ch/draussen-unterrichten für die Aktionswoche 2020 an. Nach erfolgter Anmeldung erhalten Sie ein Begleitdossier sowie ein kleines Dankeschön für Ihr Engagement. Planen Sie mindestens einen Halbtag Draussenunterricht mit Ihrer Klasse in der Aktionswoche vom 14.-18. September 2020 ein. Suchen Sie sich ein «Planungs-Tandem», um gemeinsam vorzubereiten und Erfahrungen auszutauschen. Dies erleichtert den Einstieg in den Draussenunterricht.

Verschiedene Partnerorganisationen bieten auch geführte Exkursionen an. Informieren Sie sich über Angebote in Ihrer Region:

Links

Kurzbericht zur Aktionswoche 2019


Vollständiger Bericht zur Aktionswoche 2019


Die beiden PDFs zum Download findet man hier:


Isabelle Vieli, WWF Schweiz

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