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Herbstlese

Buchrezensionen:

Holz, Unter Bäumen, Pflanzenrevolution, Winzige Gefährten

Winterzeit ist auch Lesezeit. Es gibt unzählige Arten, über Natur und die Beziehung des Menschen dazu nachzudenken.Wer sich seiner Umwelt auch vom Sofa aus annähern will und verschiedene Blickwinkel einnehmen will, der findet hier vielleicht die eine oder andere Anregung.

 

Kulturgeschichte eines Werkstoffes: Holz. Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt

Joachim Radkau - einer der Begründer der Umweltgeschichte - folgt in diesem Buch dem Holz durch die Menschheitsgeschichte, von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert.

 

Historische Abbildungen illustrieren immer wieder anschaulich den so verschiedenartigen Umgang mit und Zugang zu Holz in den unterschiedlichen Epochen. Beispiele aussereuropäischer Kulturen, die Problematik der Zertifizierung, eine Sammlung von Zitaten: das Buch erweist sich als inhaltlich bunt und vielfältig.

 

"Holz ist nur ein einsilbiges Wort, doch dahinter verbirgt sich eine Welt voller Schönheit und Wunder" - eins der Zitate (Theodor Heuss, deutscher Bundespräsident 1949 -1959) - gilt in abgewandelter Weise auch für dieses Buch: Was sich da auftut an Geschichte und Geschichten ist weit mehr, als man hinter so einem einfachen Begriff vermuten würde. Keine oberflächliche oder einfach Lektüre, dafür ist es zu dicht, aber wer sich wirklich für die Geschichte des Holzes in Kultur und Wirtschaft interessiert, findet hier wohl alles, was er braucht.

Joachim Radkau: Holz. Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt

oekom verlag 2018. ISBN-13: 978-3-96238-068-7

Softcover, 352 Seiten


Geschichten von Bäumen aus aller Welt - von exotisch bis selbstverständlich

Zwanzig Bäume werden hier portraitiert, ausgewählt, inspiriert, beschrieben u.a. auch von Dichter, Malern und von vielen Forschungsreisenden, die mit Geschichten über aussergwöhnliche Bäume zurückgekehrt sind.

 

L'Arbre du Ténéré - der einzige Baum, der auf einer Karte im Millionenmassstab eingezeichnet ist - die Platane des Hippokrates, die Landvermessungs-Gedenk-Linde, Wallfahrtsbäume, Stadtbäume: das Spektrum ist breit.

 

Den Kapiteln sind oft Zitate beigefügt und Illustrationen, die zwar nichts mit den jeweiligen Bäumen zu tun haben, aber das Buch zu einem machen, das man auch einfach so gern in die Hand nimmt. Mit fünf bis zehn Seiten ist jeder Beitrag für sich ein gut lesbares Häppchen und man kann mit diesem Buch in der Hand bequem Zeiten und Kontinente durchwandern, staunen und lernen.

Rudi Palla: Unter Bäumen. Begegnung mit den grössten Lebewesen

AT Verlag 2018. ISBN: 978-3-03800-022-8

Gebunden, 228 Seiten


Überlebensstrategien von Pflanzen als Innovationen von morgen?

"Pflanzen sind nämlich vorbildlich zeitgemäss. Und genau das will ich mit diesem Buch zeigen. Die Pflanzenwelt hat schon vor undenklichen Zeiten optimale Lösungen für die Probleme entwickelt, mit denen wir heute zu tun haben, ob es um Materialien, autonome Energieversorgung, Resilienz oder Anpassungsstrategien geht. Eigentlich müssten wir jetzt nur noch wissen, wie und wo wir am besten suchen. (...) Pflanzen sind ein lebendes Beispiel dafür, dass Robustheit und Flexibilität kein Widerspruch sein müssen. Ihr modularer Aufbau macht sie zum Inbegriff der Moderne: Dank ihrer kooperativen, verteilten Architektur ohne Kommandezentrale bleiben sie selbst in Katastrophenfällen funktionsfähig und passen sich schnell an veränderte Umweltbedingungen an. (...) So verfügen Pflanzen über ein raffiniertes, sich kontinuierlich weiterentwickelndes Netzwerk aus Wurzelspitzen, die den Boden aktiv erforschen. Nicht zufällig ist auch das Internet, der Inbegriff unserer modernen Welt, wie ein Wurzelnetzwerk aufgebaut" (Stefano Mancuso in der Einleitung)

Ein Buch zum Stauenen, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus verschiedenen Bereichen, schön aufgemacht und in einer lebendigen Sprache geschrieben.

Stefano Mancuso: Pflanzenrevolution. Wie die Pflanzen unsere Zukunft erfinden

Verlag Antje Kunstmann, 2018. ISBN: 978-3-95614-233-8

Gebunden, 256 Seiten


Mikroorganismen - unsichtbar und allgegenwärtig

Unser Körper ist eine ganze Welt: jedes Organ, das eine Verbindung zur Aussenwelt hat, ist ein eigenes Ökosystem mit einer spezifischen Mikrobengemeinschaft. Und die Prinzipien, die für die "grossen" Ökosysteme gelten, wirken auch hier: so ist der Darm eines Menschen, der an einer entzündichen Darmkrankheit leidet, vergleichbar mit einem sterbenden Korallenriff. In den Funktionsweisen der mikrobiellen Ökosysteme sind sich alle noch so unterschiedlichen Lebewesen erstaunlich ähnlich.

 

Ed Yong öffnet in diesem Buch den Blick für ein ganzes Universum mit Arten, Wechselwirkungen und Zusammenhängen, dass sie unsere Vorstellungskraft ganz schön erweitern.

Und immer wieder ist auch die Neugier und Begeisterung der Wissenschaftler*innen für ihren Forschungsgegenstand spürbar.

Es liest sich ein bisschen wie Science Fiction ohne Fiction.

Ed Yong: Winzig Gefährten. Wie Mikroben uns eine umfassendere Ansicht vom Leben vermitteln

Verlag Antje Kunstmann, 2018. ISBN: 978-3-95614-232-1

Gebunden, 448 Seiten


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