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Mit guten Erlebnissen Zukunft schaffen

Zukunft schaffen durch gutes Erleben

Buchrezension

Gerhard Frank: Zukunft schaffen. Vom guten Erleben als Werkzeug des Wandels.

 

Und das verspricht der Klappentext: Der Wandel zur Nachhaltigkeit braucht Menschen, die diesen gemeinsam vollbringen. Selbstbestimmt, willentlich, beseelt von Lust und Neugier. So kann ihr Erleben einen Schritt in eine Zukunft machen, auf die alle Menschen weltweti hoffen. Diese Aussicht erscheint machbar, wenn Menschen dafür die Kräfte nutzen, die in ihrem Erleben schlummern.

 

Anatomie des Erlebens

Gerhard Frank

Der Autor Gerhard Frank ist Begründer einer interdisziplinären Erlebniswissenschaft (mehr zu seiner Arbeit auf menschenbegeistern.at) und führt in diesem Buch aus, welche Element das Erleben ausmachen: (Tag)Träumen, Fühlen, Tun, (Mit)Teilen und Denken.

 

Er zeigt, wie unsere inneren Bilder und unsere Emotionen unser Erleben beeinflussen und unser Handeln lenken. Dazu skizziert er die Kraft von kollektiven Mythen wie Wachstum, Konkurrenz, Beschleunigung und Messbarkeit. Und zeigt Alternativen wie Fliessgleichgewicht, Kooperation, Langsamkeit und qualitatives Erfassen.

die verschiedenen Aspekte von Erleben

Elemente des Wandels

Inhaltsverzeichnis Zukunft schaffen

Liebe und Hoffnung, Neugier, Mut - das sind die Zutaten zu einem Erleben, welches das Lebensnetz nährt und nicht zerstört.

 

"Was Neugier vermag
Ohne Neugier kommt das Neue nicht in die Welt. (…) Ohne Neugier hat das Neue keine Chance. Das Neue muss erträumt, erdacht, erprobt und diskutiert werden. Für eine Kultur im Wandel ist Neugier ein unverzichtbarer Teil ihrer Identität.
(...) Neugier braucht Gelegenheit, damit sie sich entfalten kann."

 


"Über die Wichtigkeit des Kontakts mit der physischen Welt
(…) beim Tun treten mithilfe nervlicher Vermittlung motorische und sensorische Zellen zusammen. Das Lebensnetz, die Umwelt, ohne die dieses Tun nicht funktionieren würde, tritt dabei gewissermassen dazwischen. Zwischen motorische Aktion und sensorische Erfahrung, die darauf folgt und den nächsten motorischen Schritt einleitet. (…) Mit anderen Worten, wir brauchen die physische Welt, um unseren Körper zu lehren. (…) Deswegen darf das physische Erleben oder Wahrnehmungserleben nicht durch virtuelle Techniken ersetzt werden."

Masslosigkeit ist ein erlerntes Verhalten

"Lust in der Entfaltung meiner Anlagen statt massloser Konsum aus Frust am Leben. Wenn jede/r aus sich das macht, was in ihr und ihm schlummert, erblüht die Welt in einer Vielfalt, die sich im unbeschädigten Leben der ursprünglichen Natur wiederspiegelt. Dann verlieben wir uns in uns selbst und schützen alles, was diese Liebe nährt – das Leben und das grosse Ganze der natürlichen Biosphäre, die uns ein Zuhause gibt."


"Damit sich das Erleben aus sich selbst erneuert, erscheint mir eine Qualität im Handeln unverzichtbar: Aufrichtigkeit. Aufrichtigkeit bedeutet, sich als Täter zu akzeptieren. … Wenn ich akzeptiere, dass ich mit jeder Handlung eine Wirkung setze, geht diese Wirkung – auch wenn ich sie nicht unmittelbar erfahre – in die Qualität meines Erlebens ein."

Urlaub 1.8 und Camp 1.8: eine Woche leben mit dem Verbrauch von 1.8 ha

Eine Umsetzungsidee, die Erlebnis und Lernen verbindet: Naturerlebnisse, lokale Versorgung, mit erneuerbaren Materialien und Energien, Werkstätten - so dass das körperliche Erfahren von anderen Möglichkeiten eine zentrale Rolle spielt. Das Camp für Schüler/innen und Lernende, wo sie selber experimentieren können, ausprobieren, spielerisch Lernen. Abgesehen davon, dass der Autor dazu eine ziemlich konsequent nachhaltige Infrastuktur inkl. Gebäuden vorsieht, ist es ein einfach und vielseitig einsetzbares Konzept.

Schaffen gute Naturerlebnisse eine gute Zukunft?

Das Buch liefert viele Argumente für die Notwendigkeit und Wirksamkeit von Naturerlebnissen und von Lernen in direktem Kontakt zur physischen Umwelt. So wie wir es in den verschiedenen Spielarten von Umweltbildungsangeboten umsetzen, z.B. bei SILVIVA mit den Projekten Försterwelt und Draussen unterrichten, aber auch in allen Weiterbildungen. Und es bietet mit den verschiedenen Elementen des Erlebens Anregungen, in diese Richtungen weiterzudenken und die Erlebnisse breiter zu verankern.

 

Zukunft schaffen Cover

Gerhard Frank:

Zukunft schaffen. Vom guten Erleben als Werkzeug des Wandels.

oekom verlag, 2018.

ISBN 978-3-96238-046-5

Taschenbuch

292 Seiten


Rahel Wöhrle, Stiftung SILVIVA