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So machens die Dänen

Zu Besuch bei zwei Schulen, die Udeskole zu einem festen Bestandteil ihres Schulalltags gemacht haben

die Guldberg Skole in Kopenhagen

Das Konzept Draussenschule / Outdoorschool / Udeskole wurde in den 1970er Jahren in den skandinavischen Ländern entwickelt und bedeutet im Wesentlichen, dass alle Fächer des Schulcurriculums teilweise draussen unterrichtet werden.

In all diesen nordischen Ländern gibt es dann zusätzlich noch sogenannte Naturschulen, so ähnlich den Waldschulen in Deutschland. Das sind spezialisierte Zentren, die normale Schulen dabei unterstützen, das Curriculum draussen zu unterrichten. Eine Klasse besucht eine solche Naturschule oft als Ergänzung oder in Unterstützung der oben erwähnten regelmässigen Tage draussen.

 

 

In Dänemark gibt es immer mehr Schulen (zur Zeit 17.9% aller öffentlichen und 19.4% aller privaten und unabhängigen Schulen), welche regelmässige, obligatorische Tage (jede Woche oder alle zwei Wochen) eingeführt haben, wo für Kinder von 7-16 Jahren alle Fächer draussen unterrichtet werden.

 

 

Zwei von diesen Schulen haben wir während unseres Ausfluges nach Kopenhagen besucht.

 

Guldbergskole - Draussenschule in der Stadt

Die Guldbergskole ist eine Primarschule mitten in Kopenhagen. Das Quartier galt als eher schwierig, die Schülerzahlen gingen zurück und es wurden zwei Schulen zusammengelegt. Um mehr Schüler*innen, bzw. Familien anzuziehen, entschied sich die Schulleitung, auf Udeskole als ein besonderes Qualitätsmerkmal der Schule zu setzen. So gehen heute alle 1. und 2. Klässler einmal pro Woche raus mit dem Fokus auf Natur – meistens in nahe gelegene Parks. Die 4. Klässler haben einen Tag pro Woche zum Thema Kunst und Kultur an ausserschulischen Lernorten und in der 7. Klasse liegt das Augenmerk auf Politik und Gemeinschaft. Engagierte Lehrpersonen und Schulleitung waren der Schlüssel zum Erfolg: heute macht die Guldbergskole nicht nur selber Draussenschule, hat damit eine neue Dynamik im Quartier angestossen, sondern lässt auch andere Schulen von den Erfahrungen ihrer Lehrer*innen profitieren.

 


Ein grünes Klassenzimmer auf dem Land: Karlebo

Angestossen vom Elternrat, der verhindern wollte, dass die Schule geschlossen werden muss, hat sich die Primarschule von Karlebo entschieden, auf einem freien Areal gleich beim Schulhaus ein Draussen-Klassenzimmer zu bauen. Dort arbeitet ein Nature-Guide, der die Lehrpersonen unterstützt, bzw. das Programm an den Naturtagen zu einem grossen Teil bestreitet. Das hat sehr dazu beigetragen, dass sich inzwischen auch anfangs kritische Lehrpersonen wohlfühlen damit. Die Klassen haben einen Garten, ein offenes Blockhaus, ein Feuerstelle, Tische und viel Platz auf der Wiese und im angrenzenden Waldstreifen zur Verfügung. Neben dem Geld hat das Projekt auch viel Durchhaltevermögen von den beteiligeten Lehrpersonen, Eltern und der Schulleitung gefordert. Nach vier Jahren ist es nun gut etabliert und alle Klassen besuchen an einem Tag in der Woche das Outdoor-Schulzimmer.

 


Rahel Wöhrle, Stiftung SILVIVA