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Abenteuer zwischen Kommunikation und Bildung

12th European Forest Pedagogy Congress: Adventures between communication and education, Milovy, 2.- 6. Oktober 2017:

ein Bericht von Rolf Jucker

Über 140 Waldpädagog*innen, Umweltbildner*innen und Forstvertretungen kamen vom 2. bis 6. Oktober 2017 in der wunderschönen Region Vysocina von Tschechien zusammen, um sich über das Thema “Waldpädagogik zwischen Kommunikation und Bildung” auszutauschen. Auf zirka 80 einheimische Teilnehmende kamen rund 60 aus 15 europäischen Ländern.

Austausch vor Ort

Die mittlerweile gut etablierten Waldpädagogik-Kongresse, welche vom jeweiligen Gastland und der UNECE/FCN-Subgroup Forest Pedagogy organisiert werden, zeichnen sich dadurch aus, dass sie oft in relativ entlegenen Kongressräumlichkeiten in Forstgebieten stattfinden: Es gibt kaum Ablenkung, keine nahen Städte, sodass die vier Kongresstage einem wirklich intensiven Austausch unter den Teilnehmenden gewidmet sind. Nicht zuletzt aufgrund von Sprachbarrieren funktioniert das manchmal besser (wie letztes Jahr in Norwegen), manchmal schlechter, wie dieses Jahr, wo die grossen Gruppen aus Tschechien und der Slowakei doch meist unter sich blieben.

Dennoch: der Kongress war vom Team vor Ort und einer Arbeitsgruppe der Subgroup mit Vertretungen aus Deutschland, der Schweiz und der Slowakei sehr gut organisiert worden und bot ein breites Angebot an Vorträgen, Markt der Möglichkeiten und Markt der Aktivitäten, Projektvorstellung und -diskussion im World Café-Format, Nachtaktivitäten sowie drei Abende für informellen Austausch und Zusammensein.

Unterschiedliches Verständnis von Waldpädagogik

Das zentrale Thema zeigte deutlich auf, wie unterschiedlich das Verständnis von Waldpädagogik, Bildung, Kommunikation und PR/Marketing in den unterschiedlichen Ländern ist. Während die osteuropäischen Staaten nach wie vor Marketing, PR, Interessenvertretung der Forstbranche und Bildung gleichsetzen – d.h. Bildung dann als erfolgreich anschauen, wenn die Lernenden die PR-Aussagen der Forstbranche 'geschluckt' bzw. angenommen haben –, ist das Verständnis in den skandinavischen, angelsächsischen und westeuropäischen Ländern ein deutlich anderes.

Bildung wird hier verstanden als erfolgreiche Lernprozesse, welche es den Lernenden durch gezielten Kompetenzaufbau ermöglichen, eigenverantwortlich, kompetent, enkeltauglich und (selbst-) kritisch sinnvolle Entscheidungen zu fällen und in die Tat umzusetzen – egal, ob diese nun den Wünschen der Forstbranche entsprechen oder nicht. Wichtig ist auch, dass der Lernprozess als gelingende soziale Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden verstanden wird, und nicht als Transferprozess in einer Einbahnstrasse vom Pädagogen zur Lernenden

Schweizer Präsenz mit und für Qualität

SILVIVA war mit zwei Teilnehmenden, Raffaele Pellegrino und Rolf Jucker, vertreten. Letzterer hatte in der Vorbereitungsarbeitsgruppe mitgeholfen, das Programm zu gestalten, steuerte einen keynote- Vortrag zum Thema „How does Forest Pedagogy contribute to Education for Sustainable Development (ESD)?“ bei und sass als Experte auf dem Diskussions-Panel zur zentralen Frage des Kongresses.

Ausserdem gestaltete SILVIVA ein Poster zum Qualitätsentwicklungsinstrument, welches ursprünglich von SILVIVA und der Stiftung Umweltbildung Schweiz entwickelt (www.silviva.ch/umweltbildung/qualitäts-entwicklung) und im letzten Jahr in 5 europäischen Ländern und über 30 Organisationen getestet worden war.

Eine Zusammenfassung der Resultate, einschliesslich zweier Videos mit Erfahrungsberichten von Nutzer*innen, findet man unter http://forestpedagogics.eu/portal/2017/03/01/quality-improvement-tool/

Hier geht es zu den offiziellen Resultaten und Materialien des diesjährigen Kongersses: http://forestpedagogics.eu/portal/annual-congresses/

 

Der nächste, 13. europäische Waldpädagogikkongress findet vom 2.-5. Oktober 2018 im finnischen Pudasjärvi statt und ist dem Thema „How to involve children and teenagers in decision making and planning?“ gewidmet. Es wäre schön, wenn neben SILVIVA wiederum weitere Schweizer Akteur*innen dabei sein könnten.

 

Rolf Jucker, Geschäftsleiter Stiftung SILVIVA

 

Die Teilnahme der beiden SILVIVA-Mitarbeitenden wurde mit Unterstützung von Movetia finanziert und durch die Schweizerische Eidgenossenschaft gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser. Movetia haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.