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Walderlebnisse für alle - barrierefrei unterwegs

Sinneswandel - so heisst der barrierefreie Walderlebnisweg des Haus des Waldes in Stuttgart.

Fünf Stationen bieten Informationen rund um den Wald und laden ein, den Weg vom Sämling bis zum Holzprodukt intensiv zu erleben: durch tasten und fühlen, zuhören und lesen.

Ein Bericht aus dem Haus des Waldes in Stuttgart.

Die Herausforderung

Was braucht es, damit Gehbehinderte, Blinde und Menschen mit geistiger Behinderung den Wald hautnah erleben können? Wenn man von Udo Winkler vom Haus des Waldes in Stuttgart eine Einführung in ihren barrierefreien Walderlebnispfad erhält, merkt man wie viele Überlegungen dahinterstecken. Denn dieser Weg muss mit dem Rollstuhl befahrbar und mit dem Blindenstock ertastbar sein. Und die Texte sollen auch von Menschen verstanden werden, die nicht gut Deutsch sprechen.

Auf dem Weg

Damit sich all diese Menschen auf dem Pfad zurechtfinden und die verschiedenen Posten finden, braucht es eine gute Signalisation. Kurz vor einem Posten sind Pflastersteine in den Boden eingelassen, die anzeigen, dass es hier etwas zu entdecken gibt. Auf der rechten Wegseite findet man ein Seil, welches zu den Infotafeln führt.

 

Diese Infotafel ist ebenfalls immer gleich aufgebaut: Ein Text in Deutsch, der gleiche Text in einfachem Deutsch, Bilder und Grafiken und ein QR-Code welcher zum entsprechenden Kapitel in der App führt. So können die Texte auch vorgelesen werden. Wenn man dem Seil nach der Tafel weiter folgt, kann man in den Posten eintauchen. Die Knöpfe im Seil zeigen an, wenn ein Hindernis kommt oder es etwas Spannendes zu entdecken gilt.


Damit man sich regelmässig ausruhen kann, steht alle 200 Meter eine Sitzgelegenheit bereit -  natürlich auch mit einem Parkplatz für Rollstühle damit diese in der gleichen Reihe wie der Bank geparkt werden kann. Zudem darf der Weg auch keine Steigungen haben. Dies war dann auch einer der Knackpunkte beim Zugang zum WC. Denn ein barrierefrei zugängliches WC spielt eine wichtige Rolle bei der Zertifizierung.

Inhaltlich top - gute Waldpädagogik für alle

  • Damit die Jahrringe bei einem Baumquerschnitt spürbar sind, wurde die Stammscheibe mit Sandstrahlen behandelt.
  • An geschnitzten Figuren können die Form von Tannenzapfen und Eichel ertastet werden.
  • Blinde Menschen können dank dem leitenden Seil sicher durch ein Stangenholz laufen.
  • Gehbehinderte Menschen können auf Plattformen in den Wald fahren und es wurden Tische mit Waldboden bereitgestellt, damit diese den Waldboden berühren können.
  • Das Highlight ist jedoch die mit Wurzelteller ausgegrabene und umgekippte Douglasie. Man kann nicht nur die Höhe des Baumes besser erfassen – insbesondere für blinde Menschen wichtig, sondern auch den Wurzelraum betasten und studieren.

Ein Besuch lohnt sich!

Mehr Infos findet man unter www.hausdeswaldes.de/walderlebnisweg/

Und vielleicht entsteht ja auch in der Schweiz ein barrierefreier Walderlebnispfad.

Andreas Koenig, Stiftung SILVIVA