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Mo

28

Nov

2016

Bioökonomie und Waldpädagogik

Eine grosse Chance für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Bericht vom 11. Internationalen Waldpädagogik-Kongress in Biri (Norwegen)

Dieser gesamteuropäische Kongress, welcher jährlich in einem stets wechselnden Land stattfindet, versammelte mitten in Norwegen 79 Teilnehmende aus 16 Ländern.

 

Im Zentrum des Hauptvortrags von Jon Bingen, der seit Jahren in strategischen und analytischen think tanks unterwegs ist, stand die These, dass wir weltweit bereits daran sind, den Wechsel von einer nicht-nachhaltigen, 'black carbon' (Kohle, Öl, Erdgas) abhängigen Weltwirtschaft zu einer nachhaltigen, auf erneuerbaren 'green carbon' Biorohstoffen basierenden zu vollziehen. Es war erfrischend und inspirierend, eine solch optimistische Einschätzung zu hören, die mit einigen überzeugenden Beispielen untermauert war. In unseren Kreisen tendieren wir ja sonst oft dazu, die Zukunft etwas schwärzer zu sehen. Mit diesem Vortrag rückte Bingen die Diskussion ins Zentrum, wie Holz und Waldwirtschaft einen positiven und substantiellen Beitrag zu diesem Paradigmenwechsel beisteuern und wie wir dies in der Waldpädagogik unterstützen und begleiten können.

 

Die beiden anderen 'key notes' beschäftigten sich zum einen damit, wie Waldthemen in den wichtigen UN-Dokumenten wie der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals) abgebildet sind und wie wir dies nutzen können (Victoria W. Thoresen, UNESCO Chair, Hedmark University, Norway). Zum anderen zeigte uns Günter Dobler (Technische Universität München), wie wir Erzählstrukturen von Märchen, Mythen und Erzählungen nutzen können, um die Geschichten unserer Projekte und Organisationen besser zu erzählen.

 

Neben den Vorträgen nutzten die Teilnehmenden verschiedene andere Gefässe, um sich über Stand und Herausforderungen der Waldpädagogik in den jeweiligen Ländern auszutauschen.

 

Da gab es eine Auswahl an zweistündigen Workshops, die vertieft Angebote vorstellten. Hier kooperierte das Haus des Waldes, Stuttgart, mit SILVIVA, um zu zeigen, wie und warum es in Baden-Württemberg zum Waldbox-Anhänger und in der Schweiz zum Waldversteher-Kartenset bzw. -kit kam. Berthold Reichle und Rolf Jucker setzten mit den Teilnehmenden je eine Aktivität im Wald um, führten im Anschluss daran eine Reflexionssession durch, um das Angebot zu verbessern, und rundeten den Workshop mit einem Stockspiel ab.

 

Daneben gab es auch den Marktplatz der Möglichkeiten, wo v.a. norwegische Angebote im 10-Minuten-Rhythmus besucht werden konnten.

 

Im Übrigen boten die Essenzeiten, die Saunabesuche sowie die im Anschluss an die Konferenz angebotenen Tagesexkursionen ausreichend Zeit um sich zu vernetzen, alte Bekanntschaften zu erneuern und neue, spannende Partnerorganisationen kennenzulernen.

Lea Menzi und Rolf Jucker, SILIVIVA

 

Die Teilnahme der beiden SILVIVA-Mitarbeitenden wurde durch die freundliche Unterstützung der ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit (ab 2017 movetia) ermöglicht.